Gespeichert unter: Aktuelles — Mörßl at 9:05 on Samstag, März 31, 2007
Es ist der 31. März 2007. Es ist 9.05 Uhr morgens. Ich befinde mich grade im Flugzeug in Richtung USA. Die Taschen sind gepackt (und hoffentlich im Flugzeug angekommen). Gleich gehts los. Gleich hebt er ab der große Vogel.
Die nächsten 2 Wochen bin ich ja in Dallas, Texas. Lilly wird heiraten und ich bin eingeladen. Ist schon aufregend die ganze Sache. Merkt ihr vielleicht auch an meinem Schreibstil. Ich bin glaube ich ein wenig hibbelig. Aber jetzt geht es endlich los und ich freu mich riesig.
Naja, eigentlich sitz ich jetzt in diesem Augenblick, da ich diesen Post schreibe nicht wirklich im Flugzeug. Da darf man das Notebook ja auch nich anhaben…
Ich hab nich wirklich Bock meine restlichen Sachen zu packen und dachte mir, dass ich so noch n bisschen Zeit rausschlagen könnte. Scheint mir ja auch ganz gut zu gelingen. Aber nichtsdestotrotz muss das mit dem packen auch noch erledigt werden, damit ich morgen, am 31. März 2007 um 9.00 Uhr morgens sagen kann, dass meine Sachen gepackt sind.
Hier noch n Lied, was mir diese Woche im Ohr hängen geblieben ist:
Ich meld mich wieder, wenn ich angekommen bin, versprochen.
Schönes Wochenende euch allen
Ich habe in den letzten beiden Wochen zusammen mit Joachim die Star Wars Reihe gesehen. Eine Szene aus dem 4. Teil ist mir im Gedächtnis hängen beblieben:
Der junge Luke Skywalker die Order bekommen, auf einem Planeten nach dem Jedi-Meister Yoda zu suchen. Als er mit seinem Schiff auf dem Planeten ankommt und in einem See landet, trifft er auf dieses kleine Figürchen. Die beiden reden miteinander, Luke sagt ihm, dass er keine Zeit habe, sich mit ihm zu unterhalten, da er sich auf der Suche nach einem großen Krieger befinde, der Yoda heißt. Der kleine Grüne springt darauf an und meint, dass er Luke zu Yoda bringen könnte. Und so begeben sich die beiden zusammen auf Tour. Sie landen im Haus des Grünen, wo sie erst einmal essen.
Luke drängt darauf endlich diesen Yoda kennen zu lernen. Er hat nicht geschnallt, dass dieser kleine Grüne in Wirklichkeit die Person ist, die er sucht. Yoda mag zwar nicht von großer Statur sein, doch die Macht, die er hat, ist enorm. Yoda belehrt Luke darüber, dass es nicht auf das ankommt, was man sieht.
Und so kommt es auch in unseren Leben nicht darauf an, wie groß wir sind. Es ist wichtig zu wissen, wie Gott uns sieht und nicht, was andere Menschen oder manchmal auch wir selbst von uns denken.
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
1. Samuel 16:7
Es kommt darauf an, was wir in unsren Herzen haben. Gott kennt unsere Herzen, er kennt uns in- und auswendig.
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen.
Römer 5:5
Er hat uns gemacht, er hat uns gewollt. Er weiß, wie es um uns steht. Und es ist egal, wie groß du dich fühlst. Du kannst dich so groß fühlen, wie Yoda es von der Statur her ist, aber Gott weiß auch, dass du in Wirklichkeit viel größer bist. Er weiß, was er in dich reingelegt hat und das sollst und kannst du benutzen.
Wenn ich mich nicht total täusche ist es in Deutschland doch so, dass auf Elektrogeräte und so eine Garantie von 2 Jahren gewährt wird. Würde das auch auf mein Christsein zutreffen, so wäre mit dem heutigen Tag die Garantie abgelaufen:
Wir schreiben das Jahr 2005. Es ist der erste Sonntag im März. Der 6. März, 8 Uhr morgens um genau zu sein. Über Nacht hat es geschneit. Als ich aufstehe liegen 15cm Schnee. Es ist ein Morgen, auf den ich mich die ganze Woche über gefreut habe. Ich bin nämlich zu einem Gottesdienst eingeladen. In knapp einer 3/4 Stunde werde ich von Anke, einer Klassenkameradin, abgeholt und wir fahren gemeinsam zum St. Benno Gymnasium nach Dresden, wo die Jesusgemeinde ihren Gottesdienst feiert.
Anke war es, die mich zu diesem Gottesdienst eingeladen hatte. Ich wollte mir dieses “Schauspiel” mal ansehen. Als ich meinen Eltern von meinem Vorhaben berichtete bekam ich zu allererst den Satz “Pass bloß auf, dass du da in keine Sekte gerätst!” zu hören. Die Warnung hab ich zur Kenntnis genommen, allerdings nicht allzu sehr beachetet, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass es Anke in eine Sekte verschlägt.
Anke und ich fahren also gen Dresden - durch unsere verschneite Käfferlandschaft. Der Winterdienst hat inzwischen geräumt.
Auf der Fahrt nach Dresden werde ich von meiner Klassenkameradin noch ein bisschen vorbereitet, sodass ich nicht gleich ganz verstört den Gottesdienstraum verlasse. Einige der Anwesenden würden während des Singens die Hände heben usw.
Bei diesem Besuch wurden einige meiner Vorurteile aufgehoben. Der Gottesdienst der Jesusgemeinde fand und findet nicht in einer Kirche statt, sondern einer Turnhalle. Statt Orgelmusik gibt es zeitgemäße Musik mit E-Gitarre, Schlagzeug und so weiter. Die Leute hier scheinen Spaß daran zu haben, in den Gottesdienst zu gehen. Aus meiner Konfirmandenzeit weiß ich noch, dass es immer voll frustig war Sonntags in die Kirche zu gehen, nur um seine Punkte abzuholen. Hier schien das anders zu sein.
In der Lobpreiszeit ist es der Text eines Liedes, der mich sehr berührt. Es ist eines der Standartlieder in freikirchlichen Kreisen - “Blessed Be Your Name” von Matt Redman, für den Großteil der Besucher freundlicherweise ins Deutsche übersetzt. Folgende Passage hat mich zum Nachdenken gebracht:
You give and take away
You give and take away
(But) My heart will choose to say
Lord, Blessed be Your name
Du gibst und nimmst mein Gott
Du gibst und nimmst mein Gott
Doch mein Herz schreit zu dir:
Gepriesen sei dein Nam’
Diese Stelle wird - wie der Rest des Liedes - von der gesamten Gemeinde laut mitgesungen. Daraufhin muss ich mich ersteinmal setzen und nachdenken. Ich weiß, dass es bei mir in der Geschichte meiner Familie so die eine oder andere Begebenheit gab, wo Leute diese Verse nicht ehrlich hätten singen können. Also führe ich in etwa das folgende gedankliche Selbstgespräch: “Wenn diese Leute dieses Lied aus voller Kehle und ehrlich singen können, dann muss an diesem Glauben was dran sein. Und dann willst du genauso glauben wie diese Leute!” Für mich stand zu diesem Zeitpunkt fest, dass ich zumindest am darauf folgenden Sonntag wieder in diesen Gottesdienst gehen würde.
Nachdem Anke mich wieder zu hause abgesetzt hat, ziehe ich mich in mein Zimmer zurück. Von irgendwo her suche ich mir eine Bibel, um darin mehr über Gott und Jesus zu erfahren. Eine Taktik habe ich dabei nicht. Ich lese hier mal etwas aus einem Evangelium, dann da was aus den Psalmen. Wie lange das so geht, weiß ich nicht. Ich weiß nur eines. Als ich die Bibel dann zuklappe und beiseite lege, bekomme ich auf einmal das Gefühl, dass ich beten soll. In diesem Gebet übergebe ich Jesus mein Leben.